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FROST VERURSACHT MUSCHELSTERBEN
Größere Mengen Schwertmuscheln angespült
 

Borkum 22.01.2010/bv   Der starke Frost hat auf den Ostfriesischen Inseln ein Massensterben von Muscheln ausgelöst. Wie eine Sprecherin der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer am Donnerstag in Wilhelmshaven sagte, sei davon die Amerikanische Schwert- oder Scheidenmuschel betroffen.

 


 

Diese eingewanderte Art sei, anders als die heimischen Schwertmuscheln, temperaturempfindlich und siedele zudem im oberflächennahen sandigen Sediment, wo sie kaum gegen den lang anhaltenden Frost geschützt sei. Auf der Insel Juist können Strandwanderer derzeit große Mengen von Muschelschalen sehen, die von der Flut zu Wällen aufgeschichtet wurden. Auf langen Strecken lägen tonnenweise Schwertmuscheln am Strand, die sich teilweise bis zu 70 Zentimeter hoch und drei Meter breit auftürmten, sagte ein Mitarbeiter des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

Auch von Borkum, Norderney und Langeoog werden größere Mengen angespülter Schwertmuscheln gemeldet. Die Tiere seien zumeist noch lebend angetrieben worden, was dafür spreche, dass die mit starkem Ostwind verbundene Strömung sie frei gespült habe. Durch den Frost geschwächt, hätten sich die Muscheln nicht wieder eingraben können und seien an den Strand gespült worden. Die Amerikanische Scheidenmuschel war an der deutschen Nordseeküste erstmals 1979 nachgewiesen worden. Eingeschleppt wurden die Larven von der nordamerikanischen Atlantikküste mit dem Ballastwasser von Schiffen. Heute besiedelt die Muschel in großer Zahl das Wattenmeer. Pro Quadratmeter leben bis zu 1500 Tiere. Mittlerweile hat der Einwanderer seinen Platz im Ökosystem Wattenmeer gefunden, ohne seine heimischen Verwandten zu verdrängen.