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DER BORKUMER INSELFÜHRER Wer Bucki nicht kennt, kennt Borkum nicht (Quelle: Michael Scholten, Rheinische Post) |
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Borkum 19.02.2010/bv Wer Bucki Begemann nicht kennt, kennt Borkum nicht. Als offizieller Inselführer hat der 74-jährige Friese Heerscharen von Urlaubern und Politprominenz wie Bundeskanzlerin Angela Merkel über seine Heimatinsel geleitet. Mit Kapitänsmütze und losem Mundwerk erzählt er mehrmals pro Woche amüsante Döntjes über Walfänger, Leuchttürme und das Wattenmeer. | |
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Doch in der Borkumer Kneipe "Seekiste" erzählt Bucki beim Glas Bier auch gern vom Niederrhein: 1959 lebte und arbeitete er in Kleve. Hellmut Begemann, wie Bucki heißt, wurde am 9. August 1935 auf Borkum geboren. Schon als Kind schaute Bucki den mondän gekleideten Damen hinterher, die auf den Promenaden des Nordseebades ihre edelsten Kleider trugen. Die Liebe zu guten Stoffen mündete in einer Ausbildung zum Textilkaufmann. "1956 arbeitete ich im Hamburger Alsterhaus als Verkäufer mit der Nummer 629", erzählt Bucki. Das charmant-witzige Redegenie fiel durch gute Verkaufszahlen auf, sodass der Friese 1957 von Hertie in Bochum abgeworben wurde. |
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Schon im Folgejahr zog es ihn zum größeren Konzern Kaufhof. Der
setzte ihn in Krefeld ein und schickte ihn im Frühjahr 1959 in den
nagelneuen Kaufhof in der Klever Innenstadt. Das hatte drei
Verkaufsetagen und die erste Rolltreppe der Schwanenstadt. "Ich war
für die Haus- und Küchenwäsche zuständig", erinnert sich Bucki, "und
natürlich habe ich die Modenschauen moderiert." Bei der Auswahl der
Models zeigte er sich besonders engagiert: "Das waren Verkäuferinnen
aus dem Kaufhof, die alle nett zu mir waren, damit ich sie mal über
den Laufsteg schickte", lacht der Friese. Bucki wohnte in der
Stechbahn bei Frau van de Loo und kaufte günstige Zigaretten in
Nimwegen. "Einen Teil meines Lohns ließ ich auch auf der sündigen
Meile, der Klever Nachtbar Tupko", verrät Bucki und fügt verschmitzt
hinzu: "Ich war 24 Jahre jung und in meiner Sturm-und-Drang-Zeit."
In diese Zeit fiel auch sein erster Möhneball in Kleve. "Herrlich!",
sagt er. Nach einem halben Jahr in Kleve waren Mainz und Bonn
weitere Stationen seiner Verkaufskarriere, bevor Bucki als Einkäufer
nach Hannover berufen wurde.
Dann kam die Sturmflut von 1962. Das Bangen um seine Familie und seine Heimat veränderte Buckis Leben: "Die Insel hat mich magisch angezogen und ich wollte wieder nach Hause. Meine Mutter kommt aus Borkum und hatte Verständnis. Mein Vater kam aus Leer und war Sparkassenleiter. Er erklärte mich für verrückt, weil ich mit 28 Jahren die Karriere als Einkäufer in einem Weltkonzern aufgab." Bucki übernahm eine Lottoannahmestelle auf Borkum, verkaufte Jahrzehnte lang Tabak und Zeitungen, auch die tagesaktuelle Rheinische Post, die im Sommer bei Urlaubern sehr gefragt ist. 1982 sollte er für den Rechtsausschuss des deutschen Lottoblocks eine Tagung vorbereiten. Bucki lud zur Inseltour und zum Heringessen im Hotel Poseidon, dem heutigen Vier Jahreszeiten. Die Juristen waren begeistert und Bucki hatte den Grundstein für seine dritte Karriere gelegt: Als Inselführer genießt er seit 1983 Kultstatus. Und kürzlich war auch eine ältere Touristin aus Kleve bei seiner Tour dabei: "Sie hat mich sofort wiedererkannt und später zum Bier eingeladen." "Mijn Börkum" Unter dem Namen "Mijn Börkum" bietet Bucki Begemann dienstags und freitags ab 10 Uhr dreistündige Spaziergänge durch das Nordseebad Borkum an. Erwachsene zahlen vier Euro, Kinder zwei Euro. Am Sonntag ist auch eine Radtour möglich. Infos: 04922/4798 oder www.buckiborkum.de |
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