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NEUJAHRSEMPFANG IM HEIMATMUSEUM
Versöhnliche Worte von Gregor Ulsamer, Vors. des Borkumer Heimatvereins

 
Borkum 10.01.2010./bv - "Leiwe Neejaarsgasten in unse Inselmuseum! Neujahrsempfänge sollen im vergangenen Jahrtausend auf Borkum eine gute Tradition gehabt haben: Ein auserlesener Kreis kam zusammen, um auf das vergangene Jahr zurück zu sehen und auf das neue das Glas zu heben.


v.l.n.r. Udo Kaja, Reinder Kieviet, Gregor Ulsamer, Hansi Donat: Udo Kaja überreicht dem Heimatverein für das Heimatmuseum die Flagge des 1995 vor Borkum verunglückten Seenotrettungskreuzers "Alfried Krupp".

Lange hat’s auf unserer Insel keinen Neujahrsempfang mehr gegeben. Man lud nicht mehr zu dieser Veranstaltung, die eigentlich alle verbinden sollte. Man erinnerte nicht mehr an die guten Ereignisse und die besonderen Leistungen der Bürger des vergangenen Jahrs. Man stellte nicht mehr die Ziele und Pläne für das kommende Jahr vor. Geldsorgen der Stadt, die Auflösung des Bundeswehrstandorts, weit auseinander gehende, unterschiedliche Ansichten bei politischen Entscheidungen, Auseinandersetzungen und persönliche Verletzungen führten dazu, dass es im Gegensatz zu den vielen Zehntausend Empfängen, die im Januar das ganze Land und das taufrische Jahr as een gewaltige Störm overrullen, auf unserer kleinen Insel keine Neujahrs-Empfänger und Neujahrs-Empfangenen gab, die zu einem gemeinsamen WIR-Gefühl zusammen kamen. Wat de Neejjaarsempfang van alle andern Fesches ofhebt, is de Zauber, dej in elke Beginn wohnt. Neejet Jaar, neejet Spill, neejet Glück. Dat sücht in de Januar so endlos ut, dat neeje Jaar. Ward dat ein Teppich, weik un inladend? Is dat ein Strate vull van Warndreiecken? Is dat ein dustere Busch, in dej wi as Kinders fleitend rinlopen? Is dat ein Seej, störmig, bedrohlik? Wi weiten nei, wat up uns tau kummt. Da is dat dann beruhigend fasttaustellen: Man is taunminst nei allenneg!

 

Vor ein paar Wochen wurde der Wunsch an den Heimatverein herangetragen, als großer, neutraler Verein auf der Insel, über den sich die Insulaner mit ihrer Insel identifizieren, quasi als Gemeinschaftsunternehmen der Borkumer mit einem verbindenden Charakter, zu einem Neujahrsempfang einzuladen, an einem traditionsreichen Ort mit Flair: dem Museum der Insel. Ziel soll es sein, die Gemeinschaft auf der Insel zu stärken, eine Plattform zu einem Kennenlernen zu bieten, Brücken zu schlagen, mit einander und nicht über einander zu sprechen, Ideen für ein weiteres Miteinander zu entwickeln. Wir stehen nicht nur vor einem neuen Jahr 2010, sondern zugleich auch vor einem neuen Jahrzehnt. Das heutige Datum, 10.01.10, strotzt vor lauter Nullen und Einsen, als wenn es uns mit diesen binären Zeichen, dem Symbol der Digitaltechnik, auf zu erwartende moderne Zeiten, den technischen Fortschritt, hinweisen will. Wir sind doch nach dem Agrar- und dem Industriezeitalter längst in der Informationsgesellschaft angekommen. Der Heimatverein ist nicht der Moderne verpflichtet; er vertritt satzungsgemäß auch keine politischen Themen. Die engere Heimat in ihrer natürlichen und geschichtlichen Eigenart, Ihre Traditionen  zu erhalten, zu schützen und zu pflegen, ist unsere Aufgabe. Dazu gehört auch die Gemeinschaft der Insulaner. Einander Aufmerksamkeit zu schenken, einander Wert zu schätzen und nicht zu verletzen, ist uns wichtig. Aufmerksamkeit ist die kostbarste Währung unserer Zeit. Wir müssen uns auf unsere Gemeinschaft, unsere Gemeinsamkeiten, ein gemeinsames Handeln besinnen und wieder ausrichten.    Daar tau sall uns disse Empfang deinen!"   (Gregor Ulsamer, Vorsitzender des Heimatvereins Borkum)