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STECKDOSE IM MEER FUNKTIONIERT
Elf cm dünnes Kabel holt den Strom vom Windpark vor Borkum
Borkum 22.12.09/bv - Nur elf Zentimeter. Peter Smits, Deutschlandchef von ABB, legt seine Daumen und Zeigefinger zu einem Kreis zusammen: So dünn ist das Kabel, das künftig die Energie des Windparks vor Borkum an Land transportieren soll.
Von einer Umschaltplattform mitten in der Nordsee, einer Steckdose im offenen Meer, werden 400 Megawatt durch dieses Kabel fließen. Und das bei schwierigsten äußeren Bedingungen. "Das ist ein Superlativ, Pionierarbeit", schwärmt Smits. "So etwas hat zuvor niemand gebaut." Smits Augen strahlen, wenn er von Borwin 1 spricht, dem grünen Vorzeigeprojekt des ABB-Konzerns. In nur 26 Monaten haben seine Mitarbeiter das Kabel zur Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) im Wattenmeer verbuddelt. Von weit draußen, von der extra angefertigten Plattform Borwin alpha führt es durch den Meeressand, unter Deichen und unter der Ems hindurch bis zu einem Umspannwerk im ostfriesischen Diele.
Foto: ABB

Dank der patentierten Technologie soll auf der rund 200 Kilometer langen Strecke nur minimal Strom verloren gehen. Bis vor Kurzem erschien so eine Anbindung, mit all den Widrigkeiten, die die Nordsee bereithält, technisch unmöglich. Nun liegt seit vier Wochen das Kabel, und die Betreiber der geplanten Windparks können ihre Räder ans Stromnetz stöpseln"Diese Technologie ist wie ein Blockbuster", sagt Smits, Vorstandschef von ABB in Deutschland und Leiter der Region Zentraleuropa. Denn so machbar inzwischen auch große Projekte mit erneuerbaren Energien scheinen - der Transport war bislang ein Problem. "Große Offshorewindparks, entlegene Wasserkraftwerke, Solarenergie aus der Wüste - das blieben sonst nur Träume", sagt Smits.

Quelle: FTD